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Aus Morsleben

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Förderturm des Endlagers Morsleben

Inhaltsverzeichnis

Die Auslegung der Planunterlagen des Bundesamtes für Strahlenschutz (= Betreiber des Endlagers Morsleben) ist abgeschlossen. Es gab hier Muster-Sammeleinwendung von der Morsleben-Kampagne, dem BUND Sachsen-Anhalt und von der BI Helmstedt gegen das verfolgte Stilllegungskonzept zum Ausdrucken und Unterschriften sammeln. Trotz der schwerwiegenden Sicherheitsprobleme in Morsleben will das BfS den Atommüll in der feuchten einsturzgefährdeten Höhle lassen!

Nun wird das Landes-Umweltministerium in Magdeburg, das über die Pläne des BfS in Morsleben entscheidet, die Einwendungen sichten und einen öffentlichen Erörterungstermin vorbereiten. Dieser wird ein weiterer wichtiger Punkt der Öffentlichkeitsarbeit gegen die Atommülllagerung in Morsleben sein. Nach Planfeststellungsbeschluss (die Entscheidung über die Stilllegungspläne des BfS) besteht für diejenigen, die Einwendungen eingereicht hatten, Klagemöglichkeit gegen die Entscheidung.

Veranstaltungen
  • Sonntagsspaziergang in Morsleben am jeweils 5. Sonntag eines Monats, um 14 Uhr
    • 31. Januar 2010
    • 30. Mai 2010
    • 29. August 2010
    • 31. Oktober 2010
Nachrichten
by www.contrAtom.de

Bundesamt verfuellt Kammer in Morsleben mit Beton
(05.02.2010)
Das Bundesamt fuer Strahlenschutz (BfS) stabilisiert eine leerstehende Kammer im Atommuellendlager Morsleben mit Spezialbeton. [ mehr ]
Hohlraum in Morsleben
(05.02.2010)
Das Bundesamt fuer Strahlenschutz stabilisiert eine leerstehende Kammer im Atommuellendlager Morsleben mit Spezialbeton. Dies soll verhindern, dass sich groessere Mengen Salzgestein von der Decke loesen koennen, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. [ mehr ]
Haldensleben: Leere Kammer in Atommuellendlager Morsleben wird gefuellt
(04.02.2010)
Im unterirdischen Atommuellendlager Morsleben (Boerdekreis) haben Stabilisierungsarbeiten begonnen, um den Einsturz einer Decke in einer leerstehenden Kammer zu verhindern. Der Raum, in dem groessere Brocken Salzgestein herunterfallen koennten, wird mit Beton gefuellt, wie das Bundesamt fuer Strahlenschutz (BfS) am Donnerstag in Salzgitter mitteilte. [ mehr ]



Presseinfos:


Vergangene Termine:

  • Informations- und Aktionstreff am 16. Dezember 2009 von 19.00 - 20.30 Uhr im Gemeindezentrum St.Christophorus, Calvörder Straße 1, Helmstedt
  • Informations- und Aktionstreff am 2. Dezember 2009 von 19.00 - 20.30 Uhr im Gemeindezentrum St.Christophorus, Calvörder Straße 1, Helmstedt
  • Informations- und Aktionstreff am 25. November 2009 von 19.00 - 20.30 Uhr im Gemeindezentrum St.Christophorus, Calvörder Straße 1, Helmstedt
  • Morsleben-Kongress in Magdeburg am 21. November 2009
  • Information - Musik - Einwendungen - Aktionen zur Halbzeit der Planunterlagen-Auslegung - Kommen, Mitmachen, Sammeln! am 21. November 2009 von 10.30 - 12.30 Uhr in Helmstedt, Neumärker Straße, Rathaus Ecke Kramstraße
  • Informations- und Aktionstreff am 18. November 2009 von 19.00 - 20.30 Uhr im Jugend- und Freizeitzentrum Helmstedt, Streplingerode
  • Informationsabend in Velpke - Atommüllkippe Morsleben: Anlage, Inventar, Gefahren; Stilllegungsplan, Einwendungen am 4. November um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Andreas, Marktplatz 18 b, Velpke
  • R E S T R I S I K O - Drama von John Murdoch am 5. November um 19.30 Uhr im Gymnasium Julianum, Goethestraße 1 a, Helmstedt
  • 22. Oktober - 21. Dezember 2009 Auslegung der Stilllegungsunterlagen - Einwendungen gegen das Konzept des BfS eingereicht werden; es gab viele Aktionen, Infostände und Infoveranstaltungen in dieser Zeit bundesweit an vielen Orten
  • Infotheater zum Deckeneinsturz in Morsleben am 25. September ab 16 Uhr in Magdeburg (Breiter Weg/Alter Markt)
  • Gorleben-Treck in Morsleben: 3. September 2009 um 9.00 Uhr
  • Bus-Sommertour der BI Umweltschutz Wendland in Helmstedt: 05.07.2009
    • 14.00 Uhr, Marktplatz Helmstedt: Start zur Fahrradtour nach Morsleben zum Infobus der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (Gorleben)
    • 17.00 Uhr, Marktplatz Helmstedt: Infoaktion Endlager Morsleben, Endlagerprojekt Gorleben
  • Endlager-Radtouren
  • Sonntagsspaziergänge: in Morsleben am jeweils 5. Sonntag eines Monats, um 14 Uhr



Einführung

Im Dorf Morsleben im früheren Grenzgebiet zwischen DDR und BRD bei Helmstedt befindet sich das zentrale Endlager für radioaktiven Atommüll der ehemaligen DDR. Die Atomanlage wurde 1990 von der Bundesregierung übernommen. Den größten Teil des radioaktiven Inventars stellen inzwischen Abfälle aus bundesdeutschen Atomkraftwerken dar.

Das ERAM ist ein ehemaliges Kali- und Steinsalz-Bergwerk. Es wurde 1969 zum Standort für die Atommüll-Endlagerung der DDR ernannt.


Zeittafel

  • 1969 Die Staatliche Zentrale für Strahlenschutz bestimmt Morsleben zum Standort für die Zentrale Endlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle der DDR
  • 1971/72 erste Einlagerungen von 500 m³ Atommüll noch vor dem Umbau zum Endlager
  • 1972/73 Standortgenehmigung; Einlagerungen in den 1970er Jahren vor der offiziellen Inbetriebnahme
  • 1978/79 Inbetriebnahmegenehmigung
  • 1981 Genehmigung des auf fünf Jahre befristeten Dauerbetriebs.
  • 1986 Erteilung der unbefristeten Dauerbetriebsgenehmigung durch die DDR-Behörden
  • ab 1991 In Verantwortung der Bundesregierung wird in Morsleben zusätzlich erheblich mehr Atommüll eingelagert als zu DDR-Zeiten. Ein Langzeitsicherheitsnachweis wird nicht erbracht.
  • ab 1995 Im Rahmen einer groß angelegten Untersuchung werden Daten für ein umfassendes hydrogeologisches Gutachten erhoben. Die Ergebnisse werden nicht veröffentlicht.
  • 1998 Eine Klage von UmweltschützerInnen stoppt den Einlagerungsbetrieb. In der Folge verzichtet die Bundesregierung endgültig auf die Teile der Betriebsgenehmigung zur Einlagerung.
  • 2001 Bei einem “Löserfall” stürzen mehrere tausend Tonnen Salzgestein aus einer Decke herab. Auf Anordnung des Bergamts wird wegen akuter Einsturzgefahr 2003 mit "vorgezogenen Versatzmaßnahmen" im Zentralteil des ERAM begonnen
  • 2009 Mit der jetzt für 2009 erwarteten Öffentlichkeitsbeteiligung im Planfeststellungsverfahren stehen Vorgaben und Konzepte der Stilllegung zur Diskussion. Nur hier erhobene Einwände können zur Basis späterer gerichtlicher Klagen werden.


Radioaktives Inventar

Im ERAM lagern insgesamt 36.753 Kubikmeter niedrig- und mittelradioaktive Abfälle mit einer Gesamtaktivität von etwa 3.8E+14 Bq. Davon wurden 14.432 Kubikmeter in den Jahren 1971 bis 1991 und ungefähr 22.320 Kubikmeter von 1994 bis 1998 eingelagert.

Flüssige radioaktive Abfälle wurden auf eine Schicht Braunkohlenfilterasche versprüht, in der Annahme, dass dieses Gemisch sich verfestigen würde. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht und große Mengen radioaktiver Flüssigkeiten drangen bis in die unteren Sohlen des Bergwerks ein. Später wurde ein anderes Verfahren eingesetzt - bald nach Übernahme des Endlagers durch die Bundesregierung wurde dieses aber ebenfalls gestoppt.

Feste radioaktive Abfälle wurden zum Teil lose oder in Fässern in Einlagerungshohlräume verstürzt oder fassweise gestapelt. Beim Versturz wurden bereits viele Fässer beschädigt. Strahlenquellen wurden zum Teil in Bohrlöchern versenkt.

Karte der Wasserzuflüsse im ERAM

Sicherheitsprobleme

Schon 1969 war die Einsturzgefahr (”Gefährdung der Standsicherheit von Grubenteilen”) in Morsleben bekannt. Damit war dieses Wissen bereits vor den ersten Genehmigungen für den Betrieb des ERAM vorhanden.

Auch Wasserzuflüsse sind hier ein lange bekanntes Problem. Seit vielen Jahrzehnten werden fünf Zuflussstellen genau dokumentiert. Bei einem davon besteht nachweislich eine Verbindung zum Deckgebirge. Eine Vielzahl weiterer Zuflüsse, die bis dahin vertuscht worden waren, deckte Greenpeace in den 1990ern auf.

Grundsätzliche geologische Nachteile wirken sich ebenfalls auf die Sicherheit des Endlagers aus: Der Salzstock ist von porösen (z.B. Hauptanhydrit) und sehr leicht wasserlöslichen Gesteinsschichten (z.B. Kaliflöz) durchzogen. Damit steigt die Gefahr eindringender Wässer, weil diese leichte Angriffspunk-te vorfinden und auch die Standsicherheit des Bergwerkes wird gefährdet. Die verschiedenen Gefährdungsfaktoren (mangelnde Standsicherheit, Wasserzuflüsse, Bewegungen im Gebirge) beeinflussen sich gegenseitig und verstärken sich.

Durch die hohe Komplexität des Endlagers werden Sicherheitsabschätzungen erschwert. Sieben "Sohlen"/Ebenen, hunderte von Kavernen, Stollen, Schächten und Verbindungsgängen machen das ERAM zusammen mit der wild gefalteten geologischen Situation zu einem unkalkulierbaren Risiko.

In den letzten Jahren ereigneten sich zwei akute Gefahrensituationen, die sofortige Abwehrmaßnahmen erforderten: Ende 2000 mussten mehrere Kammern im Südfeld des Endlagers mit Salzgrus abgedeckt werden, um zu verhindern, dass herabstürzende Deckenteile den dort lagernden Atommüll aufwirbeln und sich über die Lüftungsanlage verbreiten. Im Oktober 2003 begann eine weitere Gefahrenabwehr-Maßnahme, die der drohenden Einsturzgefahr im Zentralteil des Endlagers entgegenwirken soll. Bis 2010 sollen hierzu etwa 790.000 Kubikmeter Salzbeton in das Endlager eingebracht werden.


Forderungen

  • Atommüll-Produktion stoppen - sofortige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit!
  • Alle Stilllegungsvarianten - u.a. die Rückholung des Atommülls und der Offenhaltungsbetrieb - müssen untersucht werden.
  • Gutachten und alle anderen Unterlagen zum Endlager Morsleben sollen der kritischen Öffentlichkeit endlich zur Verfügung gestellt werden.
  • Transparenz durch sofortige Veröffentlichung der Unterlagen zur Stilllegung durch das Bundesamt für Strahlenschutz im Internet.
  • Echte Mitbestimmung durch die von der Atommüll-Misere betroffenen Menschen statt Pseudo-Beteiligung.
  • Keine faulen Kompromisse zulasten von Menschen und Umwelt.


Unabhängige Organisationen

Greenkids e.V.

Postfach 32 01 19 | D-39040 Magdeburg
Tel.: +49 391 / 72 72 657 | morsleben ÄTT greenkids.de[1]
Aktivitäten: Morsleben-Archiv, Hintergrundrecherchen

Initiative gegen das Atommüll-Endlager Morsleben

Rostocker Str. 5 | D-38350 Helmstedt
Tel.: +49 53 51 / 41 861
Aktivitäten: Standortinitiative

Morsleben-Netzwerk

Karl-Schmidt-Str. 4 | D-39104 Magdeburg
Tel.: +49 391 / 55 70 753
kontakt ÄTT morsleben-stillegung.de[1]
Aktivitäten: Informationen, Vernetzung, politische Arbeit

Kunstprojekt “steine für morsLeben”

Kirsten Neubig | Dorfstr. 11 | D-39638 Zobbenitz
Tel.: +49 39 056 / 51 039

... unterstützen

Neben der Mitarbeit bei den untenstehenden Organisationen können Sie unsere kritische Arbeit zum Atommüll-Endlager auch durch eine Spende unterstützen:

  • Kontoinhaber: Greenkids e.V
  • Kontonummer: 110 17 40 600
  • Bankleitzahl: 430 60 96 72
  • Kreditinstitut: GLS Bank

oder:

  • Kontoinhaber: Initiative Morsleben
  • Kontonummer: 7 215 270
  • Bankleitzahl: 259 500 00
  • Kreditinstitut: Nord/LB Helmstedt

oder:

  • Kontoinhaber: Kirsten Neubig
  • Kontonummer: 125 996 108
  • Bankleitzahl: 100 100 10
  • Kreditinstitut: Postbank Berlin
  • Verwendungszweck: "steine für morsLeben"


Förderung

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Dieser Text ist einer Veröffentlichung aus der Kampagne "Europas Atomerbe" entnommen, die mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION finanziert wurde. Der Inhalt dieses Textes gibt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Europäischen Union oder der Nationalagentur JUGEND für Europa wieder und sie übernehmen dafür keine Haftung.





Diesen Text als Flyer (A4, doppelseitig, 300dpi) downloaden (ca. 900 KB).


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