Ausstellung "Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts"
Aus Morsleben
Einen Überblick zur Ausstellung gibt die statische Seite zum Projekt der Greenkids: http://greenkids.de/morsleben
Hier sollen weitere Informationen und Materialien bereitgestellt werden.
Ausstellungstafeln
Begrüßungstafel / Welcome Poster
Diese Tafel kann zur Begrüßung oder als Startpunkt der Ausstellung benutzt werden. Der Titel "Das Tafelsilber der deutschen Einheit?" deutet auf die umstrittene Bedeutung des Atommüll-Endlagers Morsleben hin, das 1990 von der BRD quasi als Hochzeitsgeschenk der Vereinigung übernommen wurde.
This poster can be used for welcoming the exhibitions visitors or as an starting point for the exhibition. The title "The Silverware of German Unification?" points to the controversial denotation of the Final Repository Morsleben, that in 1990 was acquired by the FRG quasi as an wedding present of the Reunification.
Dateien / Files:
- Druckqualität / Press Quality:
- Tafel00.pdf (deutsch) - 10,9 MB
- Tafel00-en.pdf (english) - 3 MB
- Webqualität / :
- Tafel00.pdf (deutsch) - 3,6 MB
- Tafel00.pdf (english) - MB
| Inhalt: | Content: |
|---|---|
| Diese Ausstellung entstand in Kooperation mit der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und wurde unterstützt durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, die Blutbank des Uniklinikums Magdeburg und durch die Bundeskoordination Studentische Ökologiearbeit (BSÖ). | The creation of this exhibition was supported by the "Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt" [Center for political education of the state of Saxony-Anhalt], the "Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik" [State Representative for the documents of the Staatssicherheitsdienst (Stasi) of the former GDR], the "Blutbank des Uniklinikums Magdeburg" [Blood Bank of the University Hospital Magdeburg] and the "Bundeskoordination Studentische Ökologiearbeit (BSÖ)" [Federal Coordination Board of students' work for ecology]. |
Einführungstafel / Introduction Poster
Einen inhaltlichen und historischen Überblick zur Morslebener Atomanlage gibt diese Tafel. Wichtige Grundinformationen werden gegeben und eine Anleitung zur Nutzung der Ausstellung angeboten.
An contentual and historical Overview of the Morsleben nuclear site is given by this poster. Important basic information is given and an guidance to the usage of the exhibition is offered.
Dateien / Files:
- Druckqualität / Press Quality:
- Tafel01.pdf (deutsch) - MB
- Tafel01-en.pdf (english) - MB
- Webqualität / :
- Tafel01.pdf (deutsch) - MB
- Tafel01.pdf (english) - MB
| Inhalt: | Content: |
|---|---|
| Endlager für radioaktive Abfälle - ERAM | Final Repository For Nuclear Waste |
| In Morsleben befindet sich das zentrale Endlager für radioaktive Abfälle der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Es wurde für die Entsorgung niedrig- und mittelradioaktiver Abfälle genehmigt. Der größte Teil des eingelagerten Atommülls wurde ab 1994, also in Verantwortung der Bundesregierung, in den Salzstock verbracht. | The former central repository for nuclear waste in the German Democratic Republic (GDR) was situated in Morsleben. It was approved for the disposal of low and intermediate level radioactive waste. The largest part of the waste was disposed in this salt dome from 1994 onwards, thus under the responsibility of the Federal Republic of Germany. |
| Das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben – ERAM – ist ein stillgelegtes Salzbergwerk mit Doppelschachtanlage. Seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde dort zunächst Kali- und später Steinsalz abgebaut. Im Schacht „Bartensleben“ fand nach der Umwidmung des Bergwerkes die Einlagerung der radioaktiven Abfälle statt. Schacht „Marie“ diente als Wetterschacht, d.h. zur Be- und Entlüftung des Endlagers. Zeitweise wurde dort auch cyanidhaltiger Giftmüll zwischengelagert. | The Repository For Nuclear Waste Morsleben (“Endlager für Radioaktive Abfälle Morsleben - ERAM”) is a closed down salt mine with two shafts. Since the beginning of the 20st century, potash salt and later also rock-salt were mined there. After the redesignation of the mine, nuclear waste was stored in the “Bartensleben Shaft”. The “Marie Shaft” served as a ventilation shaft. Also toxic waste containing cyanide was stored there temporary. |
| Neben den genehmigten endgelagerten Abfällen befinden sich in Morsleben weitere Strahlenquellen, deren Einlagerung von der Dauerbetriebsgenehmigung nicht erfasst wird. Daher werden diese teils hochradioaktiven Stoffe auf unbestimmte Dauer „zwischengelagert“. Für diesen Atommüll gibt es keinen genehmigten Alternativlagerort. | Apart from the waste which was stored with an approval, there are more sources of radiation in Morsleben which are not covered by the operation permit. Thus, these substances of partly high level - radioactivity are stored “temporarily” - for an unknown period of time. There is no approved alternative site for this waste. |
| Die Sicherheitsbedenken von Fachleuten und aus der Bevölkerung machten das ERAM spätestens ab 1989 zu einem brisanten Thema. Die zu DDR-Zeiten vorherrschende Sicherheitsphilosophie und Mentalität ermöglichten die Einrichtung dieser stark umstrittenen Anlage. Dass die Regierung der BRD entgegen den geltenden Sicherheitsstandards und Kriterien das ERAM übernahm und weiterbetreiben wollte, führte zeitweise zu massivem Widerstand. | Security concerns among experts and the people led to the ERAM becoming a delicate topic by 1989. The construction of this highly disputed facility had been possible owing to the security philosophy and mentality prevailing in the GDR. The fact that the government of the FRG took over the facility and wanted to continue the operation contrary to the safety regulations effective in the Federal Republic fuelled massive resistance for some time. |
| Geschichte des Endlagers | History of The Final Repository |
| 1966 wurde der erste Leistungsreaktor der DDR in Rheinsberg in Betrieb genommen. Spätestens jetzt musste eine Möglichkeit für die Entsorgung des entstehenden Atommülls gefunden werden. Zumal die DDR-Regierung ein großangelegtes Atomreaktoren-Programm plante. | In 1966, the first nuclear power plant of the GDR went into service near Rheinsberg. By this point, a possibility to dispose the nuclear waste which would be produced had to be found. Especially given the plans of the GDR government for a huge program of nuclear power stations. |
| Zehn Anlagen kamen als Endlagerstandorte in die nähere Auswahl. 1969 fiel die Entscheidung für Morsleben. Die erste Einlagerung von radioaktiven Abfällen erfolgte 1971. Erst 1986 erteilte das Staatliche Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz (SAAS) die unbefristete Dauerbetriebsgenehmigung, die die Endlagerung von nicht wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen erlaubte. | Ten facilities were considered in detail as possible final disposal sites. In 1969 the decision was made in favour of Morsleben. Nuclear waste was stored there for the first time in 1971. Only in 1986, the State Office for Nuclear Safety and Radiation Protection (Staatliche Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz - SAAS) issued the continuous operation permit which permitted the final disposal of non-heat generating nuclear waste. |
| Lage des ERAM | Location of The ERAM |
| Das Bergwerk liegt im „Oberen Allertal“ in Sachsen-Anhalt, nahe Helmstedt. Zu DDR-Zeiten gehörte das Gebiet zum grenznahen Bereich, der besonderen Sicherheitsvorkehrungen unterlag. Morsleben ist ein Dorf der Verbandsgemeinde Flechtingen und zählt zum Landkreis Börde mit der Kreisstadt Haldensleben. | The mine is situated in the Upper Allervalley (Oberes Allertal) in Saxony-Anhalt close to Helmstedt. In the former GDR, it was part of the region close to the inner German border which was subject to special security precautions. Morsleben is a village in the collective municipality Flechtingen and belongs to the county Börde, Haldensleben being the county seat. |
| Der Salzstock, in den der Atommüll eingelagert wurde, ist 40 bis 50 Kilometer lang und durchschnittlich 2 Kilometer breit. Das Grubengebäude hat eine Länge von 5,6 und eine Breite von bis zu 1,4 Kilometern. Im Schacht „Bartensleben“ wurden sieben Bergwerksetagen („Sohlen“) bis in 524 Meter Tiefe abgeteuft. Die so entstandenen Kammern sind bis zu 120 Meter lang und 40 Meter breit. |
The salt dome in which the nuclear waste was stored has a length of 40 up to 50 kilometres and an average width of 2 kilometres. The mine working is 5.6 kilometres long and up to 1.4 kilometres wide. Seven mining clearances were sunk in the “Bartensleben Shaft” in a depth of up to 524 meters. This procedure created chambers which are up to 120 meters long and 40 meters wide. |
| Morsleben verfügt über einen Autobahnanschluss an die A2, die früher die wichtigste Transitstrecke zwischen „Ost“ und „West“ darstellte. Da das Endlager keinen eigenen Gleisanschluss hatte, wurde der Atommüll oft zu einem nahegelegenenGüterbahnhof transportiert und von dort mit LKW nach Morsleben gebracht. |
Morsleben is connected to the motorway A2 which formerly was the most important route for transit traffic between East and West Germany. As the site did not have an immediate connection to the railway, nuclear waste frequently was taken to a depot close by, from where it was brought to Morsleben by lorry. |
| Überblick zur Ausstellung | Overview of The Exhibition |
| Diese Ausstellung will über das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben, seine Geschichte, die Gründe für die Standortentscheidung, Sicherheitsaspekte, Einlagerungen und Widerstand aus der Bevölkerung informieren. Es gibt keine zwingende Reihenfolge, in der die Tafeln und Exponate studiert werden müssen. Empfehlenswert ist aber, zunächst die allgemeineren, in gelbem Farbton gehaltenen, Ausführungen zu besichtigen. Schwerpunkt auf Sicherheit setzen rot getönte Plakate. Violett sind Exponate mit historischem Schwerpunkt. Die Informationstafeln zum Widerstand gegen das ERAM sind am orangen Farbton zu erkennen. |
This exhibition wants to provide information about the final repository for radioactive waste in Morsleben, its history, the causes for the decision on the location, safety issues, the storage itself and resistance from the population. To study the charts and exhibits, you don't have to follow a specific order. But it is recommendable to begin with the more general parts which are of yellow colouring. Red posters put the focus on security issues. Exhibits with a historical focus are coloured purple. Charts on the resistance against ERAM are recognizable by their orange colouring. |

